„Linke“ Spalter wieder mal aktiv

Gegen aktuelle Kriege und eine Konfrontationspolitik gegen Russland wird am Samstag, dem 8. Oktober, in Berlin eine von etwa 200 Organisationen unterstützte Protestdemo stattfinden. „Linke“ Gesinnungstaliban attackieren die Aktion bereits im Vorfeld.

Schreibt Rainer Rupp in seinem aktuellen Beitrag auf RTdeutsch. Der unerfreuliche Sachverhalt ist immer gleich (ebenda):

Auffällig ist, dass es jedes Mal, wenn es danach aussieht, als hätten sich die unterschiedlichsten Friedensgruppen zur Durchführung von Großaktionen auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt, ausgerechnet „linke Friedenskämpfer“ sind, oder Leute, die sich zumindest dafür halten, die spalterische Aktionen starten und diffamierende Aufrufe verbreiten. Die Leier ist stets dieselbe, nämlich dass Teilnehmer und/oder Organisatoren der entsprechenden Demo verkappte Rechte, Faschisten oder so genannte „Querfrontler“ seien und auch sonst alles tun, um die Demos möglichst klein zu halten. Das ist diesmal nicht anders.

Und er zitiert diesen unsäglichen Text (erschienen ausgerechnet bei Telepolis):

Beworben wird die Demo vom 8.10. in bewährter Mahnwachen-Manier in ‚alternativen‘ Medien wie KenFM, RT-deutsch und anderen. Dabei wird mal wieder billigend in Kauf genommen, an der Seite von Rechtsextremen und Neonazis zu marschieren.“

Bitte lest den Artikel von Rainer Rupp selbst, einschließlich der Leserkommentare.

Ich jedenfalls marschiere lieber an der Seite aller Mitmenschen, die für den Frieden demonstrieren, als dass ich im nächsten Krieg höchst säuberlich separiert von den ebenfalls sterbenden Rechten sterbe.

PS.: Sollte man auch lesen:

Werbeanzeigen

Wider die Sektierer (IV)

Es wird immer schlimmer mit dem Ausgrenzen und den persönlichen Angriffen auf engagierte Linke.

Es wird immer deutlicher, welche Quellen diese Hetze letztendlich speisen. Im konkreten Fall Xavier Naidoo schreibt rtdeutsch hierzu:

Wer in Deutschland für Frieden eintritt und die deutsche Beteiligung an den US-geführten Imperialkriegen publikumswirksam anprangert, wird gnadenlos fertig gemacht!

Dazu werden dann gerne auch uralte Textzeilen aus dem Zusammenhang gerissen und umgedeutet. Im hysterischen Wahn wird auf allen verfügbaren Kanälen mit Buzzworten wie „Verschwörungstheoretiker“, „Antisemit“ und weiterem um sich geworfen. Eine altbekannte Diffamierungsstrategie, die in den pseudolinken Antideutsch-Netzwerken ihren Ursprung hat und die sich – so zeigt der Fall Naidoo eindrucksvoll – längst auch die Meinungsmafia im Mainstream zu eigen gemacht hat. Schöne neue „freie“ Welt.

In einem früheren Artikel vom Sommer diesen Jahres versuchte rtdeutsch die Sachlage zusammenzufassen, sehr moderat und in der Hoffnung auf kommende Vernunft. Aber einen Satz vom Autor Florian Hauschild unterschreibe ich uneingeschränkt:

Es ist zum Muster geworden, dass Netzhetz-Kampagnen gegen Journalisten oder auch Aktivisten ihren Ursprung im vermeintlich linken Milieu nehmen – und hier müssen sie auch gestoppt werden!

Und dies ist, wie Hauschild zusammenfasst,

zu mindest auf der Ebene des individuellen Handelns – nur ein kleiner Schritt, der bei jedem selbst beginnt. Mensch sollte ihn gehen.

Da zähle ich auf jeden von Euch, Ihr versprengten Mitstreiter!

Wider die Sektierer (II)

Heute in der „jungen Welt„:

Jeder Versuch, eine neoliberale Politik zu bekämpfen, ohne zugleich das antimonopolistische Lager zu stärken, muss an der Macht der Monopolbourgeoisie scheitern.

Eine sozialistische Bewegung muss sich daher der schwierigen Aufgabe stellen, nicht nur die Zersplitterung der Arbeiterklasse in Arbeitslose, Prekäre, Stammbelegschaften usw. zu überwinden sowie Standortnationalismus und den Glauben an Sozialpartnerschaft zurückzudrängen. Sie muss auch weitere nichtmonopolistische Schichten für die Verteidigung und Erweiterung noch bestehender demokratischer und sozialer Errungenschaften gewinnen, so dass das Monopolkapital isoliert und ein Weg zum Sozialismus geöffnet werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind Erfahrungen in den kommunistischen Parteien bewahrt und theoretisch verallgemeinert worden. Ihre Destruktion in Linksparteien ging daher dort, wo sie gelang, mit einem herben Verlust an theoretischem und praktischem Wissen für die antimonopolistische Bewegung einher. In der DKP konnte dieses Bestreben – mit Hilfe einer kritischen Debatte um die »Politischen Thesen« des ehemaligen Sekretariats um Heinz Stehr und Leo Mayer – gewendet werden: Hin zu einer Befassung mit der Frage, wie eine zeitgemäße antimonopolistische Strategie mit Leben gefüllt werden kann. Denn kommunistische Politik darf sich nicht auf die Entlarvung der Transformationsstrategie reduzieren. Sie muss immer mit einem Angebot einhergehen: dem Angebot zum gemeinsamen Kampf gegen das Monopolkapital, über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg.

Eben: Gemeinsamen Kampf gegen das Monopolkapital, über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg!

Wider die Sektierer

Die „alte“ AKL zerbrach am Streit um den Wert gemeinsamer Haltungen und Aktivitäten mit nicht-kommunistischen Akteuren insbesondere im aktuellen Engagement für den Frieden. „Volksfront“ ist gleich „Querfront“ und in jedweder Spielart des Teufels, so tönten und tönen auch heute die SAV- und die linksradikalen Mitglieder der „neuen“ AKL.

„Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen“, wird Willi Münzenberg in einem aktuellen Artikel der „jungen Welt“ zitiert.

Diesen Haltungen seien einige Zitate aus dem vorgenannten Artikel entgegen gestellt:

Die IAH rief das Proletariat der kapitalistischen Länder dazu auf, mit Geld- und Sachspenden Solidarität mit den Arbeitern und Bauern der Sowjetunion, Chinas und der geknechteten Kolonien zu üben, und organisierte diese Hilfe. Von linksradikaler Seite erntete die IAH den Vorwurf, als »Arbeitersuppenküche« und »rote Heilsarmee« die potentiellen Revolutionäre bloß zu beköstigen, wo sie andernfalls auf die Barrikaden gestiegen wären. Doch Hungerrevolten sind keine Revolutionen.

»Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen«, antwortete Münzenberg auf solche Vorhaltungen…

Die IAH führte fortschrittliche Kräfte des Bürgertums und der Sozialdemokratie mit denen des Kommunismus zusammen. Münzenberg gelang es, die vorrangig intellektuelle Philantropie und den humanistischen Antimilitarismus bürgerlicher Kreise mit der internationalen Klassensolidarität auf der Grundlage von Marx, Engels und Lenin zu verbinden. Der kommunistische Verleger blieb dieser Bündnisorientierung auch später treu…

Münzenberg schuf auf diese Weise den zur Organisation bereiten Sympathisanten von gesellschaftlichem Gewicht: Den Fellow-traveller, den Poputschik, den Weggefährten – jene »für den Kommunismus bis heute unentbehrliche, großenteils aus den Reihen der Intellektuellen stammende Hilfstruppe, die, ohne Mitglieder der kommunistischen Parteien zu sein, diesen jedoch tätige Sympathie entgegenbringen und sie durch öffentliche Bekenntnisse moralisch unterstützen…

Neben den historischen, großen Beispielen für die Sinnhaftigkeit eines gemeinsamen Handelns fällt mir zur Illustration auch „Das Glockenspiel des Kreml“ ein, das ich in den fünziger Jahren im „Deutschen Theater“ erleben konnte. 1940 von Nikolai Pogodin geschrieben, schuf Chatschaturjan 1942 eine Bühnenmusik. 1970 wurde das Stück in der SU verfilmt, kam 1971 in die DDR-Kinos und lief 1972 im DFF 2. Der Inhalt kann also nicht so ganz verkehrt gewesen sein…