Wo sind eigentlich unsere jungen antikapitalistischen Linken?

Angesichts dieser aktuellen Zustände müssten sie unübersehbar und unüberhörbar politisch aktiv sein (gefunden im rumpelstilzchenblog):

In einem höchst lesenswerten Beitrag auf RTdeutsch beschreibt Willi Wimmer die schon weitgehend vollzogene Auslieferung Deutschlands an die USA.

Hier nur einige Textausschnitte:

Was soll der deutsche Bürger noch bei Wahlen entscheiden, wenn der Adressat dieser Wahlen, das deutsche Parlament und die eigene Bundesregierung, nichts mehr zu sagen haben? Heute ist es sogar in Tageszeitungen zu lesen. Nachdem private US-amerikanische Organisationen den Einfluss auf Migrationsbeschlüsse über die Bundeskanzlerin auf europäischer Ebene haben, sollen ab sofort US-Beratungsfirmen in Zusammenhang mit der Migrationsentwicklung hoheitliche Aufgaben in der Prüfung von Entscheidungen nach dem deutschen Asylrecht und der Genfer Flüchtlingskonvention wahrnehmen. Das ist eigentlich nicht mehr überraschend, nachdem angelsächsische Anwaltskanzleien in Berlin die zentralen Aufgaben für deutsche Ministerien in der noch anfallenden Gesetzgebung übernommen haben.

„Bundeswehr im Innern“ bedeutet die Übernahme der vollziehenden Gewalt in Deutschland durch Washington.

Den Original-Beitrag lesen, sehr aufmerksam und nachdenklich!

Hier bitte weiterlesen.

Aber unsere ach so hochmotivierten Antikapitalisten schweigen. Auf der Landesseite der Linkspartei stammt der letzte Eintrag vom 3. September des Vorjahres. Die Bundesseite http://www.antikapitalistische-linke.de/ ist völlig leer (geworden). Nur über den Google-Cache kann man noch nachlesen, sogar bis zum 4.4.2016 – allerdings nur das Übliche…

Ach, ich vergaß: Die AKLer sind ja so USA-begeistert und SAV-nah, da kann ja nichts kommen, egal was kommt!

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Was aus der AKL-MV so geworden ist…

Hier nur ein kurzer „Sachstandsbericht“: Was aus der AKL-MV seit Anfang 2015 so geworden ist:
https://www.facebook.com/Antikapitalistische-Linke-Mecklenburg-Vorpommern-1297765083582353/

Also auch hier nur heiße Luft und persönliche Verunglimpfung. Den beiden Kommentaren von Eva-Maria Kröger stimme ich uneingeschränkt zu!

PS. Zum Tod des Freundes und Genossen Ralph Malachowski kein Wort, dabei war er bis Ende 2014 Sprecher der AKL. Die ihm nachfolgten, haben kein Wort für ihn, keine Blume, keine Zeit für die Teilnahme an der Trauerfeier… Muss man mehr sagen?

Wider die Sektierer

Die „alte“ AKL zerbrach am Streit um den Wert gemeinsamer Haltungen und Aktivitäten mit nicht-kommunistischen Akteuren insbesondere im aktuellen Engagement für den Frieden. „Volksfront“ ist gleich „Querfront“ und in jedweder Spielart des Teufels, so tönten und tönen auch heute die SAV- und die linksradikalen Mitglieder der „neuen“ AKL.

„Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen“, wird Willi Münzenberg in einem aktuellen Artikel der „jungen Welt“ zitiert.

Diesen Haltungen seien einige Zitate aus dem vorgenannten Artikel entgegen gestellt:

Die IAH rief das Proletariat der kapitalistischen Länder dazu auf, mit Geld- und Sachspenden Solidarität mit den Arbeitern und Bauern der Sowjetunion, Chinas und der geknechteten Kolonien zu üben, und organisierte diese Hilfe. Von linksradikaler Seite erntete die IAH den Vorwurf, als »Arbeitersuppenküche« und »rote Heilsarmee« die potentiellen Revolutionäre bloß zu beköstigen, wo sie andernfalls auf die Barrikaden gestiegen wären. Doch Hungerrevolten sind keine Revolutionen.

»Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen«, antwortete Münzenberg auf solche Vorhaltungen…

Die IAH führte fortschrittliche Kräfte des Bürgertums und der Sozialdemokratie mit denen des Kommunismus zusammen. Münzenberg gelang es, die vorrangig intellektuelle Philantropie und den humanistischen Antimilitarismus bürgerlicher Kreise mit der internationalen Klassensolidarität auf der Grundlage von Marx, Engels und Lenin zu verbinden. Der kommunistische Verleger blieb dieser Bündnisorientierung auch später treu…

Münzenberg schuf auf diese Weise den zur Organisation bereiten Sympathisanten von gesellschaftlichem Gewicht: Den Fellow-traveller, den Poputschik, den Weggefährten – jene »für den Kommunismus bis heute unentbehrliche, großenteils aus den Reihen der Intellektuellen stammende Hilfstruppe, die, ohne Mitglieder der kommunistischen Parteien zu sein, diesen jedoch tätige Sympathie entgegenbringen und sie durch öffentliche Bekenntnisse moralisch unterstützen…

Neben den historischen, großen Beispielen für die Sinnhaftigkeit eines gemeinsamen Handelns fällt mir zur Illustration auch „Das Glockenspiel des Kreml“ ein, das ich in den fünziger Jahren im „Deutschen Theater“ erleben konnte. 1940 von Nikolai Pogodin geschrieben, schuf Chatschaturjan 1942 eine Bühnenmusik. 1970 wurde das Stück in der SU verfilmt, kam 1971 in die DDR-Kinos und lief 1972 im DFF 2. Der Inhalt kann also nicht so ganz verkehrt gewesen sein…

Mehr als nur ein Nachruf

Unser Freund und Genosse Ralf Malachowski ist gestorben. Nicht überraschend, denn Krebs hat die gemeine Eigenschaft, die von ihm Befallenen lange zu quälen. Ralf hat alle Therapien tapfer mitgemacht und blieb trotz alledem bis in die letzten Stunden politisch hellwach.

Kennen gelernt habe ich Ralf in der AKL-MV. Dort war er schon lange engagiert, bevor ich dazu kam. Mich beeindruckte die Klarheit seiner politischen Argumentation, seine Ehrlichkeit, seine Kameradschaftlichkeit.

Als im Sommer 2014 der bisherige Sprecher  der AKL-MV seine Funktion niederlegte, zögerte Ralph nicht, die Funktion zu übernehmen. Dabei war er schon vielfältig engagiert: Mitglied des Landesvorstandes, Mitglieder der Bürgerschaft Rostock, Gründungsmitglied und einer der Sprecher der LAG Innerparteiliche Kommunikation… Und er hatte doch gerade erst aus gesundheitlichen Gründen in der LAG Innerparteiliche Kommunikation seine Funktionen niedergelegt – was wir anderen LAG-Mitglieder allerdings nicht ahnten, sonst hätten wir ihm kaum das Amt des Sprechers zugemutet. Ralph mutete es sich zu. So war er. Ein Freund, ein Genosse, mit dem man Pferde stehlen konnte.

Ralf ging auch, allen Hinweisen und „Warnungen“ zum trotz, zu den Rostocker Montagsmahnwachen. Nicht als Zuhörer, sondern als Redner! Und überzeugte die Anwesenden mit seinen Ausführungen: So muss linkes Engagement aussehen!

Im Sommer 2014 stießen junge Genossinnen und Genossen zur AKL, die meinten, alles anders und viel besser machen zu können und sehr sektiererisch und agressiv auftraten. Text wie  „Primitiver Sexismus“ und der Vorwurf, “ dass es in der AKL Menschen gibt, die sich konsequent gegen Ziele der Linkspartei stellen und stattdessen sich in eine Reihe stellen mit rechtskonservativen bis faschistischen Kräften“, wurden zum Grundtenor dieser auch SAV-geprägten Gruppierung.

Ralph, schon sehr krank, erwiderte Ende November 2014 in seiner ruhigen, klaren Art:
„Liebe  AKLER!  Nun werde  ich  mich doch  in  die  Diskusion,  einmischen!  R. irrt ,wenn  er  meint das  wir  alles mit  aufnehmen  was  die  Bundes-AKL  meint.  Man  ist  nicht  automatisch Bundes-AKL  Mitglied,  wenn  man der LAG-AKL-MV beitritt,  und  umgekehrt!  Ich  werde dafür kämpfen  das wir  eine  eigenständige AKL-MV bleiben.  Man muss  nicht alles  mitmachen  was  die  Bundes-AKL vorschreibt!  Weiterhin  möchte  ich vorschlagen  das  wir am Samstag  kein  Beschluss  fassen,  das wäre  den  anderen  Genossen  der AKL  nicht korrekt  gegenüber!  Zum Beispiel Torsten  Koplin  oder  Wilfried Freier gegenüber!    Lasst  uns  morgen  die  Eckpunkte  erarbeiten,  und  dann per Umlaufverfahren  oder auf einer  nächsten  Sitzung  den  Beschluss  herbeiführen.“

Aber wann jemals hätten ruhige Worte und kluge Argumente eine Gruppe von Fanatikern beeindruckt? Zusammen mit anderen Genossinnen und Genossen trat Ralf zur Jahreswende 2014/15 aus der AKL aus. Gesundheitlich stabilisiert haben die heftigen, unsachlichen, permanenten Attacken auf keinen Fall, wie auch andere am eigenen Leib erfahren mussten.


Einen umfangreichen, liebevollen Nachruf findet Ihr auf der Webseite des Kreisverbandes Rostock.


Tiefbewegt haben wir die Nachricht erhalten, dass unser Landesvorstandsmitglied, Ralf Malachowski, nach schwerer Krankheit verstorben ist. Mit Ralf verlieren wir einen Menschen, der sich stets und mit voller Leidenschaft für die sozialen Belange seiner Mitmenschen eingesetzt hat. Seine Sorgen, sein Elan und seine Tatkraft galten immer auch unserer Partei.

Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.  Unser Mitgefühl gilt ganz besonders seinen Angehörigen.

Die Linke Mecklenburg-Vorpommern.


Liebe Genossinnen und Genossen,
unser Genosse Ralf Malachowski aus Rostock ist nach schwerer Krankheit verstorben. Diese Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht.

Ralf Malachowski war Gründungsmitglied der LAG Innerparteiliche Kommunikation und einer ihrer Sprecher, bis er diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen im Mai 2014 abgeben musste. Auch danach hat er nach seinen Möglichkeiten aktiv in der LAG mitgearbeitet, zuletzt noch auf der Basiskonferenz im März dieses Jahres. Wir werden Ralf Malachowski als Menschen und als Mitkämpfer vermissen.

Mit solidarischen Grüßen
i.A. Dietmar Stephan
LAG Innerparteiliche Kommunikation


Liebe MitstreiterInnen,

gerade erhielt ich diese traurige Nachricht. Persönlich kenne ich Ralf seit vielen Jahren im politischen wirken. Er war auch Gast bei unserer RotFuchsveranstaltung, wenn es seine Zeit erlaubte, da er auf vielen politischen Gebieten sehr aktiv war. Seit geraumer Zeit hat er stets mutig und aufrichtig gegen seine Krebserkrankung gekämpft und letztendlich diesen ungleichen Kampf verloren.

Wir werden Ralf als einen aufrichtigen Linken in Erinnerung behalten, der stets bescheiden gelebt hat, sich stets solidarisch gegenüber seinen Mitstreitern verhalten hat und sich für die sozial schwachen in dieser Gesellschaft eingesetzt hat. Viel Anerkennung hat er sich in seiner offenen, ehrlichen und stets sachliche Art bei Freunden und MitstreiterInnen erworben.

Viel zu früh haben wir einen linken Kämpfer verloren.

In großer Anteilnahme
Carsten Hanke


Die Bürgerschaft und der Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock trauern um das am 20. September 2015 verstorbene Mitglied der Bürgerschaft

Ralf Malachowski.

Herr Malachowski ist mit der Kommunalwahl der Hansestadt Rostock am 25. Mai 2015 für die Fraktion DIE LINKE. in die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock gewählt worden.

Er hat dieses Amt mit großer Ernsthaftigkeit und hohem Verantwortungsbewusstsein ausgeübt, ebenso auch als Mitglied im Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern, als Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie als stellvertretendes Mitglied im Klinikausschuss, Ausschuss für Schule und Sport und Jugendhilfeausschuss.

Die Rostocker Bürgerschaft verliert mit ihm einen sozial engagierten Kommunalpolitiker.

Wir werden Herrn Malachowski in ehrender Erinnerung behalten und übermitteln den Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme.

Dr. Wolfgang Nitzsche                      Roland Methling

Präsident der Bürgerschaft               Oberbürgermeister der

Hansestadt Rostock                         Hansestadt Rostock

Quelle: http://epaper.ostsee-zeitung.de/rss/2015-10-14/sa.html


 

 

Wo waren die rostocker „Antikapitalisten“?

Auf der Demo für das Rostocker Volkstheater und gegen die Absetzung seines Intendanten demonstrierten am 31.3. viele Rostocker, sogar mit einer zeitweiligen „Besetzung“ des Rathauses. Die Demo war vom Rostocker Kreisverband DIE LINKE angemeldet worden, es wehten auch einige Fahnen dieser Partei, viele junge Leute beteiligten sich – nur von den Rostocker Mitgliedern der Landesarbeitsgemeinschaft „Antikapitalistische Linke (AKL-MV)“ konnte ich nicht eines erspähen. Wo wart Ihr?

Letztendlich ging es auch auf dieser Demo um die Frage, ob sich wirklich alles „rechnen“  oder ob Kultur nicht eine unverzichtbare, elementare Daseinsvorsorge sein muss (was sogar der SPD-Kulturrat so vertritt, siehe Thierse-Brief an Brodkorb).

Also Antikapitalismus pur – aber nicht „heruntergebrochen“ auf Parolen wie „Deutschland verrecke“ und Meinungen wie „Kultur brauche ich nicht“! Sonst landen wir antikapitalistischen LINKEn genau dort, wo Norbert Gernhardt die Israel-Solidarisierer verortete bzw. RT deutsch die Antideutschen – als dienstbare Handlanger der Herrschenden.

Für eine bessere Arbeit

Aus einem internen, längerem Papier [1] seien hier Vorschläge für die kommende, bessere Arbeit der AKL M-V (leicht verändert) zitiert werden:

Mögliche Schlussfolgerungen

  1. Wir alle haben die gegenwärtige Situation mit heraufbeschworen, indem wir auf regelmäßige (monatliche) Sitzungen in Rostock orientierten. Rostock liegt zwar relativ zentral und verkehrsgünstig, erfordert aber für viele Auswärtige erheblichen Reiseaufwand. Engagierte Genossen entschieden sich, die Reisezeit lieber für inhaltliche Arbeit vor Ort zu nutzen und kamen nur noch selten oder blieben ganz weg. Die Email-Diskussions-Unkultur motivierte gerade die besonders Engagierten auch nicht zur Teilnahme. So wurde schleichend aus der AKL M-V de facto eine AKL Rostock…

    Die KPF M-V macht es anders, sie kommuniziert kreativ übers Internet und trifft sich nur selten persönlich. Das, was von der KPF zu hören und zu lesen ist, hat Hand und Fuß. Meine persönlichen Schlussfolgerungen und Vorschläge sind:

    * es ähnlich wie die KPF M-V zu handhaben,

    * mit der KPF M-V eng zusammenzuarbeiten.

  2. Zur bisherigen schlechten Arbeitsweise gehörte auch, dass Beschlüsse nicht im Vorfeld der Zusammenkunft als Vorlage eingebracht wurden, sondern erst auf der Zusammenkunft formuliert und ggf. beschlossen wurden. Dieser Arbeitsstil schloss die Abwesenden generell aus. Wenn wir uns nun auf vorwiegend internetbasierte Kommunikation verständigen, dann führt die richtige Verfahrensweise (Beschlussvorschlag einbringen – diskutieren und Änderungen vorschlagen – abstimmen) zu einer zeitversetzten Folge der vorgenannten Arbeitsschritte. Das ermöglicht die Teilnahme aller, ermöglicht mehr gründliches Nachdenken, bremst Fraktionsbildung und Sektierertum aus und und orientiert auf mehr Sachargumente statt persönlicher Angriffe.

Und nun?

Jetzt seid Ihr dran! Vor allem setzt ich auf Diejenigen, die sich einerseits für wirklich linke Parteipolitik einsetzen, anderseits aber in der AKL schon recht lange verstummt sind. Wir brauchen Euch! Im AKL-Listmailer haben wir ein gutes Werkzeug und jetzt kommt auch noch dieser Blog hinzu. Kommt zurück!

 

[1] „Schwerwiegende Verwerfungen in der AKL“, 4.12.2014

Mehr Öffentlichkeit wagen

Das ist ein Versuch für mehr öffentliche Wahrnehmung der Landesarbeitsgemeinschaft „Antikapitalistische Linke“ in M-V (AKL MV).

Die AKL MV hat eine Unterseite auf der Webseite des Landesverbandes M-V „Die Linke“. Wer aber weiß das schon? Auch Google tut sich schwer, diese Unterseite auszuweisen. Hier ist der Link!

Seit dem Sommer 2014 hat die AKL MV sich im wesentlichen mit sich selbst beschäftigt. Damit sollte jetzt endlich Schluß sein. Engagierte Mitglieder der AKL wagen deshalb den Schritt zu diesem Blog. Auf ihm gibt es vor allem öffentliche und auch kommentierbare Beiträge, daneben aber auch Beiträge, die nur Mitgliedern zugänglich sind, weil die Inhalte in der Arbeitsgemeinschaft noch nicht ausdiskutiert sind. Trotz dieser Einschränkung freuen wir uns auf Ihr / Euer Interesse und Mitwirkung!