„Linke“ Spalter wieder mal aktiv

Gegen aktuelle Kriege und eine Konfrontationspolitik gegen Russland wird am Samstag, dem 8. Oktober, in Berlin eine von etwa 200 Organisationen unterstützte Protestdemo stattfinden. „Linke“ Gesinnungstaliban attackieren die Aktion bereits im Vorfeld.

Schreibt Rainer Rupp in seinem aktuellen Beitrag auf RTdeutsch. Der unerfreuliche Sachverhalt ist immer gleich (ebenda):

Auffällig ist, dass es jedes Mal, wenn es danach aussieht, als hätten sich die unterschiedlichsten Friedensgruppen zur Durchführung von Großaktionen auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt, ausgerechnet „linke Friedenskämpfer“ sind, oder Leute, die sich zumindest dafür halten, die spalterische Aktionen starten und diffamierende Aufrufe verbreiten. Die Leier ist stets dieselbe, nämlich dass Teilnehmer und/oder Organisatoren der entsprechenden Demo verkappte Rechte, Faschisten oder so genannte „Querfrontler“ seien und auch sonst alles tun, um die Demos möglichst klein zu halten. Das ist diesmal nicht anders.

Und er zitiert diesen unsäglichen Text (erschienen ausgerechnet bei Telepolis):

Beworben wird die Demo vom 8.10. in bewährter Mahnwachen-Manier in ‚alternativen‘ Medien wie KenFM, RT-deutsch und anderen. Dabei wird mal wieder billigend in Kauf genommen, an der Seite von Rechtsextremen und Neonazis zu marschieren.“

Bitte lest den Artikel von Rainer Rupp selbst, einschließlich der Leserkommentare.

Ich jedenfalls marschiere lieber an der Seite aller Mitmenschen, die für den Frieden demonstrieren, als dass ich im nächsten Krieg höchst säuberlich separiert von den ebenfalls sterbenden Rechten sterbe.

PS.: Sollte man auch lesen:

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Wider die Sektierer (III)

100 Jahre nach Zimmerwald: Linke und die Friedensfrage

Dazu gab es eine Konferenz, die sich sehen, hören und lesen lassen kann – und den Sektierern hoffentlich deren Milch ‚der frommen Denkungsart‘ sauer werden lässt. Eine kurze Zusammenfassung:

Defizite im Verhältnis zur Friedensfrage lösen

Konferenz zu 100 Jahre Zimmerwalder Linke in Berlin

Seit Jahren ist stabil eine übergroße Mehrheit der hiesigen Bevölkerung gegen Kriegseinsätze unter deutscher Beteiligung. Doch diese Meinungsmehrheit hält nicht die Straßen und Plätze besetzt, in den Mainstream-Medien findet sie so gut wie nicht statt und von ihr unbehelligt beteiligt sich die Bundeswehr an kriegerischen Auseinandersetzungen, die NATO dehnt sich bis an die Grenzen Russlands aus. Derweil rückt der globale Krieg von den Rändern Europas immer näher, in Form der Flüchtlinge – 80 Prozent fliehen vor Krieg – ist er hier schon angekommen. Mit dieser Zustandsbeschreibung können sich Sozialistinnen und Sozialisten nicht abfinden. Aus diesem Grund haben linke Friedensaktive, auch aus der Partei DIE LINKE, am 04. Oktober d.J. ins Berliner Haus der Demokratie eingeladen zur Konferenz 100 Jahre Zimmerwalder Konferenz: Linke und die Friedensfrage. Imperialismus heute – Differenzen verstehen – Spaltungen überwinden. Der Bezug auf die Zimmerwalder Konferenz legte sich nicht nur wegen des Jubiläums nahe, sondern auch inhaltlich, bildeten doch dort nach dem Burgfrieden der SPD mit dem Militarismus zunächst nur 28 aufrechte Sozialistinnen und Sozialisten die erste Opposition gegen den imperialistischen Krieg, die bald ganz Europa erfassen und umwälzen sollte.

Mit dieser, auch ihrer, Geschichte setzten sich die gut 120 Konferenzteilnehmer zunächst in zwei thematischen Blöcken im Plenum auseinander. Im ersten stellte Prof. Kurt Pätzold, ausgehend von den aus seiner Sicht drei großen Siegen des Imperialismus im vergangenen Jahrhundert: 1918, 1945 und 1990/91, Bezüge von Zimmerwald zum Friedenskampf heute her. Im zweiten reflektierte Dr. Erhard Crome den Imperialismus heute und setzte sich polemisch mit der Dogmatisierung von Lenins Imperialismus-Theorie auseinander. Kommentare von Reiner Zilkenat, Sabine Kebir und Volker Külow vertieften die Themen.

In vier Arbeitsgruppen analysierten die Teilnehmenden, nach kenntnisreichen diskussionsfreudigen Einleitungen, die aktuellen Kräfte des Krieges und des Friedens. Es bestand ein großes Bedürfnis z.B. die Kontroversen in der Friedensbewegung zu verstehen oder sich mit dem Unfrieden auseinanderzusetzen, den die EU stiftet, den Zusammenhang von Krieg und Flucht zu ergründen oder dem untrennbaren, aber nicht immer störungsfreien Verhältnis von Frieden und Antifaschismus nachzugehen. Und überall wurde beraten: Was folgt daraus? Dass die Arbeitsgruppe Gewerkschaften, soziale Bewegungen und Frieden: Wo liegen die Probleme mangels Masse ausfiel, unterstreicht nur, dass es in dieser Dreiecksbeziehung wirklich Probleme gibt, die einer gründlichen Bearbeitung bedürfen.

Bewusst hat der Kreis der Einladenden darauf verzichtet, Parteien oder Repräsentierende von Organisationen um Beiträge zu bitten. Sie wollten vielmehr egalitär Linke, die theoretisch, strategisch und praktisch daran mitarbeiten wollen, Defizite und Probleme im Verhältnis zur Friedensfrage zu beheben, Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Denkweisen, eher marxistisch orientiert, im Dialog zusammenführen. Das Konzept ist aufgegangen: Keine aufgeregten Auseinandersetzungen im Talkshow-Format, sondern wohltuend nachdenkliche, intensive und streitbare Diskussionen.

Dabei konnte es auch hoch her gehen, etwa in der Abschlussrunde zu: 100 Jahre nach Zimmerwald: Welche Friedensbewegung brauchen wir? Hier brachen die Konflikte im Verhältnis zu den Montagsmahnwachen und später dem Friedenswinter wieder auf. Tobias Pflüger, stellvertretender Parteivorsitzender der LINKEN, sprach sich dafür aus, mit der Friedensbewegung so, wie sie war, weiterzumachen, ohne Zusammenarbeit mit den „Grenzgängern“ aus dem Kreis der Montagsmahnwachen, die „nach rechts schielen“, Krach in jeder Friedensinitiative verursachten und die Friedensbewegung gelähmt hätten. Vor allem den „Grenzgängern“ widersprach Reiner Braun, Geschäftsführer der IALANA, heftig: „Nazis sind nicht gegen Krieg“. Er plädierte für eine Nichtausgrenzung der Überbleibsel der Montagsmahnwachen, eine Wertschätzung für jene Teile der Friedensbewegung, die seit Jahrzehnten Mut bewiesen und hohe Kompetenz erworben hätten, beide Seiten sollten die Zusammenarbeit suchen, ohne sich gegenseitig zu überfordern. Pedram Shayar, von attac kommender Aktivist der Montagsmahnwachen und des Friedenswinters, warb für eine „Neukonstituierung der Friedensbewegung“ aus den „humanistischen Teilen“ der Montagsmahnwachen und der „alten Friedensbewegung“, die er zugleich scharf kritisierte: als sich in der Ukraine-Frage Angst vor einem Krieg mit Russland breit machte, sei sie nicht präsent gewesen, sie hätte die große Verunsicherung in der Bevölkerung nicht erfasst und stattdessen die Montagsmahnwachen bekämpft. Die Unterscheidung in „alte“ und „neue“ Friedensbewegung, wobei die alte „nichts zustande“ brächte, wollte Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, so nicht stehen lassen. Man könne sich keine Friedensbewegung aussuchen oder neu konstituieren, man müsse die nehmen, die da ist, und in ihr lernen, sich gegenseitig auszuhalten und miteinander ins Gespräch und in die Aktion zu kommen. Eine linke Parlamentsfraktion sei dabei hilfreich und nützlich. Er strebe an, dass die LINKEN-Bundestagsfraktion einen Antrag zur Auflösung oder dem Austritt aus der NATO einbringe; der ginge an das Staatsverständnis der Bundesrepublik Deutschland und berühre zugleich Spekulationen über eine nahe Regierungsbeteiligung der LINKEN im Bund.

Diese Diskussion, wie auch die anderen, verlangt nach einer Fortsetzung.

Die Vorträge, Referate, Kommentare werden fortlaufend veröffentlich unter www.wolfgang-gehrcke.de/zimmerwald-frieden.

Christiane Reymann

Mehr dazu auf www.wolfgang-gehrcke.de/zimmerwald-frieden. Weiter schreibt Wolfgang Gehrke in einer Mail:

Ihr könnt Euch das Ganze auch auf Video ansehen: Eine 25minütige Dokumentation unter: https://youtu.be/RxTOPwa97sU.

Die Playliste nahezu aller Redebeiträge findet ihr auf: https://www.youtube.com/playlist?list=PLqQ63pPMIdCiEf_Ctc1-yBKHFE4QSNxvz sowie auf www.regenbogentv.de.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr die Redebeiträge in interessierten Kreisen verbreiten würdet.

Die tollen Videos verdanken wir der ehrenamtlichen Arbeit von Jürgen Lutterkordt und Ralf Jahn; beide sind neben RegenbogenTV auch aktiv im Friedenskreis Wanfried – www.friedenskreis-wanfried.de. RegenbogenTV ist ein Projekt des Vereins Bildung für Frieden e.V. (www.bildung-fuer-frieden.de), dessen thematischer Schwerpunkt die Dokumentation von sozial- und friedenspolitischen Themen ist. Ihre Links:

www.regenbogentv.de

https://www.facebook.com/regenbogentv.de

Mit herzlichem Dank und solidarischen Grüßen

Wolfgang Gehrcke, Pascal Luig und Christiane Reymann

Wider die Sektierer

Die „alte“ AKL zerbrach am Streit um den Wert gemeinsamer Haltungen und Aktivitäten mit nicht-kommunistischen Akteuren insbesondere im aktuellen Engagement für den Frieden. „Volksfront“ ist gleich „Querfront“ und in jedweder Spielart des Teufels, so tönten und tönen auch heute die SAV- und die linksradikalen Mitglieder der „neuen“ AKL.

„Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen“, wird Willi Münzenberg in einem aktuellen Artikel der „jungen Welt“ zitiert.

Diesen Haltungen seien einige Zitate aus dem vorgenannten Artikel entgegen gestellt:

Die IAH rief das Proletariat der kapitalistischen Länder dazu auf, mit Geld- und Sachspenden Solidarität mit den Arbeitern und Bauern der Sowjetunion, Chinas und der geknechteten Kolonien zu üben, und organisierte diese Hilfe. Von linksradikaler Seite erntete die IAH den Vorwurf, als »Arbeitersuppenküche« und »rote Heilsarmee« die potentiellen Revolutionäre bloß zu beköstigen, wo sie andernfalls auf die Barrikaden gestiegen wären. Doch Hungerrevolten sind keine Revolutionen.

»Man glaubt in jenen Kreisen, es genüge, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen«, antwortete Münzenberg auf solche Vorhaltungen…

Die IAH führte fortschrittliche Kräfte des Bürgertums und der Sozialdemokratie mit denen des Kommunismus zusammen. Münzenberg gelang es, die vorrangig intellektuelle Philantropie und den humanistischen Antimilitarismus bürgerlicher Kreise mit der internationalen Klassensolidarität auf der Grundlage von Marx, Engels und Lenin zu verbinden. Der kommunistische Verleger blieb dieser Bündnisorientierung auch später treu…

Münzenberg schuf auf diese Weise den zur Organisation bereiten Sympathisanten von gesellschaftlichem Gewicht: Den Fellow-traveller, den Poputschik, den Weggefährten – jene »für den Kommunismus bis heute unentbehrliche, großenteils aus den Reihen der Intellektuellen stammende Hilfstruppe, die, ohne Mitglieder der kommunistischen Parteien zu sein, diesen jedoch tätige Sympathie entgegenbringen und sie durch öffentliche Bekenntnisse moralisch unterstützen…

Neben den historischen, großen Beispielen für die Sinnhaftigkeit eines gemeinsamen Handelns fällt mir zur Illustration auch „Das Glockenspiel des Kreml“ ein, das ich in den fünziger Jahren im „Deutschen Theater“ erleben konnte. 1940 von Nikolai Pogodin geschrieben, schuf Chatschaturjan 1942 eine Bühnenmusik. 1970 wurde das Stück in der SU verfilmt, kam 1971 in die DDR-Kinos und lief 1972 im DFF 2. Der Inhalt kann also nicht so ganz verkehrt gewesen sein…

Mehr als nur ein Nachruf

Unser Freund und Genosse Ralf Malachowski ist gestorben. Nicht überraschend, denn Krebs hat die gemeine Eigenschaft, die von ihm Befallenen lange zu quälen. Ralf hat alle Therapien tapfer mitgemacht und blieb trotz alledem bis in die letzten Stunden politisch hellwach.

Kennen gelernt habe ich Ralf in der AKL-MV. Dort war er schon lange engagiert, bevor ich dazu kam. Mich beeindruckte die Klarheit seiner politischen Argumentation, seine Ehrlichkeit, seine Kameradschaftlichkeit.

Als im Sommer 2014 der bisherige Sprecher  der AKL-MV seine Funktion niederlegte, zögerte Ralph nicht, die Funktion zu übernehmen. Dabei war er schon vielfältig engagiert: Mitglied des Landesvorstandes, Mitglieder der Bürgerschaft Rostock, Gründungsmitglied und einer der Sprecher der LAG Innerparteiliche Kommunikation… Und er hatte doch gerade erst aus gesundheitlichen Gründen in der LAG Innerparteiliche Kommunikation seine Funktionen niedergelegt – was wir anderen LAG-Mitglieder allerdings nicht ahnten, sonst hätten wir ihm kaum das Amt des Sprechers zugemutet. Ralph mutete es sich zu. So war er. Ein Freund, ein Genosse, mit dem man Pferde stehlen konnte.

Ralf ging auch, allen Hinweisen und „Warnungen“ zum trotz, zu den Rostocker Montagsmahnwachen. Nicht als Zuhörer, sondern als Redner! Und überzeugte die Anwesenden mit seinen Ausführungen: So muss linkes Engagement aussehen!

Im Sommer 2014 stießen junge Genossinnen und Genossen zur AKL, die meinten, alles anders und viel besser machen zu können und sehr sektiererisch und agressiv auftraten. Text wie  „Primitiver Sexismus“ und der Vorwurf, “ dass es in der AKL Menschen gibt, die sich konsequent gegen Ziele der Linkspartei stellen und stattdessen sich in eine Reihe stellen mit rechtskonservativen bis faschistischen Kräften“, wurden zum Grundtenor dieser auch SAV-geprägten Gruppierung.

Ralph, schon sehr krank, erwiderte Ende November 2014 in seiner ruhigen, klaren Art:
„Liebe  AKLER!  Nun werde  ich  mich doch  in  die  Diskusion,  einmischen!  R. irrt ,wenn  er  meint das  wir  alles mit  aufnehmen  was  die  Bundes-AKL  meint.  Man  ist  nicht  automatisch Bundes-AKL  Mitglied,  wenn  man der LAG-AKL-MV beitritt,  und  umgekehrt!  Ich  werde dafür kämpfen  das wir  eine  eigenständige AKL-MV bleiben.  Man muss  nicht alles  mitmachen  was  die  Bundes-AKL vorschreibt!  Weiterhin  möchte  ich vorschlagen  das  wir am Samstag  kein  Beschluss  fassen,  das wäre  den  anderen  Genossen  der AKL  nicht korrekt  gegenüber!  Zum Beispiel Torsten  Koplin  oder  Wilfried Freier gegenüber!    Lasst  uns  morgen  die  Eckpunkte  erarbeiten,  und  dann per Umlaufverfahren  oder auf einer  nächsten  Sitzung  den  Beschluss  herbeiführen.“

Aber wann jemals hätten ruhige Worte und kluge Argumente eine Gruppe von Fanatikern beeindruckt? Zusammen mit anderen Genossinnen und Genossen trat Ralf zur Jahreswende 2014/15 aus der AKL aus. Gesundheitlich stabilisiert haben die heftigen, unsachlichen, permanenten Attacken auf keinen Fall, wie auch andere am eigenen Leib erfahren mussten.


Einen umfangreichen, liebevollen Nachruf findet Ihr auf der Webseite des Kreisverbandes Rostock.


Tiefbewegt haben wir die Nachricht erhalten, dass unser Landesvorstandsmitglied, Ralf Malachowski, nach schwerer Krankheit verstorben ist. Mit Ralf verlieren wir einen Menschen, der sich stets und mit voller Leidenschaft für die sozialen Belange seiner Mitmenschen eingesetzt hat. Seine Sorgen, sein Elan und seine Tatkraft galten immer auch unserer Partei.

Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.  Unser Mitgefühl gilt ganz besonders seinen Angehörigen.

Die Linke Mecklenburg-Vorpommern.


Liebe Genossinnen und Genossen,
unser Genosse Ralf Malachowski aus Rostock ist nach schwerer Krankheit verstorben. Diese Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht.

Ralf Malachowski war Gründungsmitglied der LAG Innerparteiliche Kommunikation und einer ihrer Sprecher, bis er diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen im Mai 2014 abgeben musste. Auch danach hat er nach seinen Möglichkeiten aktiv in der LAG mitgearbeitet, zuletzt noch auf der Basiskonferenz im März dieses Jahres. Wir werden Ralf Malachowski als Menschen und als Mitkämpfer vermissen.

Mit solidarischen Grüßen
i.A. Dietmar Stephan
LAG Innerparteiliche Kommunikation


Liebe MitstreiterInnen,

gerade erhielt ich diese traurige Nachricht. Persönlich kenne ich Ralf seit vielen Jahren im politischen wirken. Er war auch Gast bei unserer RotFuchsveranstaltung, wenn es seine Zeit erlaubte, da er auf vielen politischen Gebieten sehr aktiv war. Seit geraumer Zeit hat er stets mutig und aufrichtig gegen seine Krebserkrankung gekämpft und letztendlich diesen ungleichen Kampf verloren.

Wir werden Ralf als einen aufrichtigen Linken in Erinnerung behalten, der stets bescheiden gelebt hat, sich stets solidarisch gegenüber seinen Mitstreitern verhalten hat und sich für die sozial schwachen in dieser Gesellschaft eingesetzt hat. Viel Anerkennung hat er sich in seiner offenen, ehrlichen und stets sachliche Art bei Freunden und MitstreiterInnen erworben.

Viel zu früh haben wir einen linken Kämpfer verloren.

In großer Anteilnahme
Carsten Hanke


Die Bürgerschaft und der Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock trauern um das am 20. September 2015 verstorbene Mitglied der Bürgerschaft

Ralf Malachowski.

Herr Malachowski ist mit der Kommunalwahl der Hansestadt Rostock am 25. Mai 2015 für die Fraktion DIE LINKE. in die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock gewählt worden.

Er hat dieses Amt mit großer Ernsthaftigkeit und hohem Verantwortungsbewusstsein ausgeübt, ebenso auch als Mitglied im Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern, als Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie als stellvertretendes Mitglied im Klinikausschuss, Ausschuss für Schule und Sport und Jugendhilfeausschuss.

Die Rostocker Bürgerschaft verliert mit ihm einen sozial engagierten Kommunalpolitiker.

Wir werden Herrn Malachowski in ehrender Erinnerung behalten und übermitteln den Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme.

Dr. Wolfgang Nitzsche                      Roland Methling

Präsident der Bürgerschaft               Oberbürgermeister der

Hansestadt Rostock                         Hansestadt Rostock

Quelle: http://epaper.ostsee-zeitung.de/rss/2015-10-14/sa.html


 

 

Tag der Befreiung

Zum Tag der Befreiung gibt es gute Beiträge, hier soll nur auf einige wenige, die mir mehr oder weniger zufällig über den Weg liefen, hingewisen werden:

  • Günter Ackermann: „Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten!“
  • Danke Russland und die besten Wünsche!“ mit der Möglichkeit, sich dieser Aussage per Unterschrift anzuschließen.
  • Sascha313: Die Auswirkungen des SIEGES der SOWJETUNION über den Faschismus (auch als pdf-Datei herunterladbar).
  • Sascha313: Soldaten für den Frieden (auch das gehört dazu!).
  • Freidenker für den Frieden und gegen den Krieg der Friedensengagierten untereinander.
  • Es geht nicht nur um das Gedenken
  • Gemeinsamer Appell von 55 kommunistischen und Arbeiterparteien aller fünf Kontinente
  • Einige der schlimmen Versuche, den Tag der Befreiung zu diskriminieren, weil z.B. „die Sowjetunion eine Teilschuld am Beginn des Zweiten Weltkrieges trägt“ (Deutsche Welle),. Oder: «Waren „deutsche Gräueltaten an der Zivilbevölkerung mit der Verwüstung ganzer Städte und Industrieanlagen einhergegangen“, so habe „die militärische Offensive Russlands auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs“ seit dem Sommer 2014 „6000 Tote, eine Million Flüchtlinge, vier Millionen zerstörter Existenzen und eine verwüstete Industrieregion zurückgelassen“. „Der Krieg in der Ukraine hat den 70. Jahrestag entwertet“, heißt es weiter: „Der Tag der Befreiung hat sich erledigt, er ist kaputt.“… Die Autorin schlägt vor, ihn überhaupt nicht mehr zu begehen „und stattdessen Spenden zu sammeln für Prothesen für die verkrüppelten ukrainischen Soldaten“»,
  • Siehe auch „Wer hat Europa von den Faschisten befreit?

Zur anderen, schlechteren Seite der Medaille:

Konzentration auf die Arbeit gegen Krieg und Miliär!

Unter dieser Betreffzeile „Konzentration auf die Arbeit gegen Krieg und Militär!“ erhielt ich heute eine Email mit folgendem knappen Text:

Beschluss der BundessprecherInnenkreises der DFG-VK am 19. März 2015.

"Die DFG-VK zieht ihre Unterstützung des 'Friedenswinters' zurück."

Keine Erklärung. Auch nicht auf der Webseite des DFG-VK trotz einiger weniger mehr Worte (fehlen die [überzeugenden] Argumente?):

Nach einer Auswertung der seit einer Aktionskonferenz im Herbst 2014 laufenden Aktion gemeinsam mit Aktiven aus den sogenannten „Mahnwachen für den Frieden“, hat der BundessprecherInnenkreis der DFG-VK unter Einbeziehung jüngster Ereignisse am 19.03.2015 folgenden Beschluss gefasst:

„Die DFG-VK zieht ihre Unterstützung des ‚Friedenswinters‘ zurück.“

Unterschrieben ist die Mail von Monty Schädel, dem Politischen Geschäftsführer der DFG-VK.

Während die Kriegstreiber ihre Aktivitäten intensivieren, lassen sich die Friedenswilligen zerlegen oder zerlegen sich selbst.

In der „jungen Welt“ vom 18.3.15 gibt es zur Zerstrittenheit der Friedenswilligen sehr gute Sätze von Reiner Braun (er ist Sprecher des Dachverbands »Kooperation für den Frieden« sowie Geschäftsführer der Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA):

Ken Jebsen hat sich etwas demagogisch über Monty Schädel geäußert, ich teile diese Position nicht. Aber Jebsen hat in dieser Rede vor allem von der Kriegsgefahr und dem Widerstand dagegen gesprochen. Und ich glaube auch, dass manche Äußerungen von anderen nicht zu einer sachlichen Diskussion beigetragen haben. Das betrifft auch die Wortwahl von Monty Schädel.

Eben, Monty – und das schon länger! Mir gefällt auch, was Reiner Braun zu Jebsen sagt und welche Schlussfolgerungen er zieht:

Ken Jebsen ist eine widersprüchliche Persönlichkeit, mit der man sich kritisch auseinandersetzen muss. Aber er ist kein Rechter. Er hat schon wunderbare Interviews mit jüdischen oder israelischen Linken gemacht, die sowohl die israelische als auch die palästinensische Politik kritisieren. Ken Jebsen sollte man genausowenig verdammen wie Monty Schädel oder andere Kollegen. Ich plädiere dafür, dass die Herren – es sind ja vor allem Männer – mal miteinander reden statt übereinander. Ich glaube, sie haben noch nicht begriffen, vor welche Herausforderungen uns die Kriegsgefahr durch die Konfrontation zwischen der NATO und Russland stellt.

Nein, das haben sie noch immer nicht begriffen. Sonst würden sie angesichts der Gefahr, dass jederzeit ein heißer Krieg ausbrechen kann, um größtmögliche Geschlossenheit ringen, statt eitle Hahnenkämpfe aufzuführen!

Die „junge Welt“ hat dankenswerter Weise Auszüge aus der Jebsen-Rede dokumentiert. Hier ist die schlimme Stelle:

Und wo ist der Feind in diesem Land? Ich möchte es euch sagen: Unser Feind ist die sogenannte linke Presse. Das ist der Feind. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute taz. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute Jutta Ditfurth oder Monty Schädel. Die uns erklären, wir wären rechts. (…) Wann gehen diese Leute denn auf die Straße, während in der Ukraine bereits gestorben wird. Wo sind denn diese Leute. Wann schreien sie denn an, gegen Guantanamo, gegen Freunde der CIA, gegen TTIP. Dazu sagen sie nichts. Wir sind die Gefahr in ihren Augen, wir paar Verstrahlte. Sind wir die Gefahr? Wir sind nicht die Gefahr…

Das kommt dabei heraus, lieber Monty, wenn man Leute mal ganz schnell und sehr nachdrücklich als „rechts“ etikettiert, nur weil sie anders artikulieren als man selbst, aber doch in der Sache die gleichen Inhalte vertreten. Könnt Ihr denn nicht mehr zuhören, versteht Ihr nur noch Euer eigenes Politsprech? Mal ganz im Ernst – dann seid Ihr keine ernsthaften Partner (mehr) für mich. 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs (in Europa) will ich, zusammen mit den meisten der heute Lebenden, keinen Dritten Weltkrieg erleben müssen, den weder wir noch Ihr überleben dürftet!