Wider die Sektierer (II)

Heute in der „jungen Welt„:

Jeder Versuch, eine neoliberale Politik zu bekämpfen, ohne zugleich das antimonopolistische Lager zu stärken, muss an der Macht der Monopolbourgeoisie scheitern.

Eine sozialistische Bewegung muss sich daher der schwierigen Aufgabe stellen, nicht nur die Zersplitterung der Arbeiterklasse in Arbeitslose, Prekäre, Stammbelegschaften usw. zu überwinden sowie Standortnationalismus und den Glauben an Sozialpartnerschaft zurückzudrängen. Sie muss auch weitere nichtmonopolistische Schichten für die Verteidigung und Erweiterung noch bestehender demokratischer und sozialer Errungenschaften gewinnen, so dass das Monopolkapital isoliert und ein Weg zum Sozialismus geöffnet werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind Erfahrungen in den kommunistischen Parteien bewahrt und theoretisch verallgemeinert worden. Ihre Destruktion in Linksparteien ging daher dort, wo sie gelang, mit einem herben Verlust an theoretischem und praktischem Wissen für die antimonopolistische Bewegung einher. In der DKP konnte dieses Bestreben – mit Hilfe einer kritischen Debatte um die »Politischen Thesen« des ehemaligen Sekretariats um Heinz Stehr und Leo Mayer – gewendet werden: Hin zu einer Befassung mit der Frage, wie eine zeitgemäße antimonopolistische Strategie mit Leben gefüllt werden kann. Denn kommunistische Politik darf sich nicht auf die Entlarvung der Transformationsstrategie reduzieren. Sie muss immer mit einem Angebot einhergehen: dem Angebot zum gemeinsamen Kampf gegen das Monopolkapital, über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg.

Eben: Gemeinsamen Kampf gegen das Monopolkapital, über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg!

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2 Gedanken zu „Wider die Sektierer (II)

  1. Eine gute Ergänzung:
    „Wer Rechtsextremismus nachhaltig bekämpfen will, muss für reale Gegenmachterfahrungen bei den kleinen Leuten sorgen – für die Erfahrung, dass man nicht immer nur das Opfer der Geschichte sein muss, nicht immer nur Amboss ist, sondern auch Hammer sein kann. In diesem Sinne ist jeder Streik, der zu Lohnerhöhungen oder besseren Arbeitsbedingungen führt, jeder Massenprotest, der die Erhöhung von Hartz-IV-Sätzen oder die Abschaffung von Studiengebühren erzwingt, antifaschistisch. Und nicht hilflos.

    Das heißt nicht, dass die Blockaden von Nazidemos sinnlos sind, im Gegenteil. Und das impliziert auch nicht, dass das Bündnis mit den bürgerlichen Antifaschisten liberaler oder konservativer Provenienz nicht wichtig wäre. Bei allen fließenden Übergängen zwischen (wirtschaftsliberalem) Konservatismus und Faschismus gibt es zwischen ihnen eine Trennlinie. Ab dem Punkt, an dem die Faschisten mit dem Humanismus gänzlich brechen wollen (etwa bei Eugenik und Euthanasie, Pogromgewalt oder staatlichem Völkermord an Juden oder Muslimen etc.) und Konservative diesen Weg – trotz ihrer an Sozialdarwinismus grenzenden Leistungsideologie, trotz ihrer Abschiebe- und Antiflüchtlingspolitik etc. – nicht mitzugehen bereit sind. Hier waren sie historisch und sind sie heute ein Bündnispartner gegen die totale völkische Barbarei.“ (http://www.jungewelt.de/2015/10-24/013.php).

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  2. Noch eine sehr gute Anmerkung für gemeinsames Handeln und gegen Ausgrenzung:
    „Kann ich etwas dafür, dass meine Meinung auch Leute vertreten, mit denen ich absolut nicht zu tun haben möchte? Wohl kaum, aber das reicht dann schon um alle Kritiker und Demonstranten zu diskreditieren“ schrieb Evelyn Hecht-Galinski auf http://sicht-vom-hochblauen.de/das-leid-mit-der-leitkultur/
    Es lohnt sich sehr, den ganzen Artikel zu lesen!

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