Konzentration auf die Arbeit gegen Krieg und Miliär!

Unter dieser Betreffzeile „Konzentration auf die Arbeit gegen Krieg und Militär!“ erhielt ich heute eine Email mit folgendem knappen Text:

Beschluss der BundessprecherInnenkreises der DFG-VK am 19. März 2015.

"Die DFG-VK zieht ihre Unterstützung des 'Friedenswinters' zurück."

Keine Erklärung. Auch nicht auf der Webseite des DFG-VK trotz einiger weniger mehr Worte (fehlen die [überzeugenden] Argumente?):

Nach einer Auswertung der seit einer Aktionskonferenz im Herbst 2014 laufenden Aktion gemeinsam mit Aktiven aus den sogenannten „Mahnwachen für den Frieden“, hat der BundessprecherInnenkreis der DFG-VK unter Einbeziehung jüngster Ereignisse am 19.03.2015 folgenden Beschluss gefasst:

„Die DFG-VK zieht ihre Unterstützung des ‚Friedenswinters‘ zurück.“

Unterschrieben ist die Mail von Monty Schädel, dem Politischen Geschäftsführer der DFG-VK.

Während die Kriegstreiber ihre Aktivitäten intensivieren, lassen sich die Friedenswilligen zerlegen oder zerlegen sich selbst.

In der „jungen Welt“ vom 18.3.15 gibt es zur Zerstrittenheit der Friedenswilligen sehr gute Sätze von Reiner Braun (er ist Sprecher des Dachverbands »Kooperation für den Frieden« sowie Geschäftsführer der Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA):

Ken Jebsen hat sich etwas demagogisch über Monty Schädel geäußert, ich teile diese Position nicht. Aber Jebsen hat in dieser Rede vor allem von der Kriegsgefahr und dem Widerstand dagegen gesprochen. Und ich glaube auch, dass manche Äußerungen von anderen nicht zu einer sachlichen Diskussion beigetragen haben. Das betrifft auch die Wortwahl von Monty Schädel.

Eben, Monty – und das schon länger! Mir gefällt auch, was Reiner Braun zu Jebsen sagt und welche Schlussfolgerungen er zieht:

Ken Jebsen ist eine widersprüchliche Persönlichkeit, mit der man sich kritisch auseinandersetzen muss. Aber er ist kein Rechter. Er hat schon wunderbare Interviews mit jüdischen oder israelischen Linken gemacht, die sowohl die israelische als auch die palästinensische Politik kritisieren. Ken Jebsen sollte man genausowenig verdammen wie Monty Schädel oder andere Kollegen. Ich plädiere dafür, dass die Herren – es sind ja vor allem Männer – mal miteinander reden statt übereinander. Ich glaube, sie haben noch nicht begriffen, vor welche Herausforderungen uns die Kriegsgefahr durch die Konfrontation zwischen der NATO und Russland stellt.

Nein, das haben sie noch immer nicht begriffen. Sonst würden sie angesichts der Gefahr, dass jederzeit ein heißer Krieg ausbrechen kann, um größtmögliche Geschlossenheit ringen, statt eitle Hahnenkämpfe aufzuführen!

Die „junge Welt“ hat dankenswerter Weise Auszüge aus der Jebsen-Rede dokumentiert. Hier ist die schlimme Stelle:

Und wo ist der Feind in diesem Land? Ich möchte es euch sagen: Unser Feind ist die sogenannte linke Presse. Das ist der Feind. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute taz. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute Jutta Ditfurth oder Monty Schädel. Die uns erklären, wir wären rechts. (…) Wann gehen diese Leute denn auf die Straße, während in der Ukraine bereits gestorben wird. Wo sind denn diese Leute. Wann schreien sie denn an, gegen Guantanamo, gegen Freunde der CIA, gegen TTIP. Dazu sagen sie nichts. Wir sind die Gefahr in ihren Augen, wir paar Verstrahlte. Sind wir die Gefahr? Wir sind nicht die Gefahr…

Das kommt dabei heraus, lieber Monty, wenn man Leute mal ganz schnell und sehr nachdrücklich als „rechts“ etikettiert, nur weil sie anders artikulieren als man selbst, aber doch in der Sache die gleichen Inhalte vertreten. Könnt Ihr denn nicht mehr zuhören, versteht Ihr nur noch Euer eigenes Politsprech? Mal ganz im Ernst – dann seid Ihr keine ernsthaften Partner (mehr) für mich. 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs (in Europa) will ich, zusammen mit den meisten der heute Lebenden, keinen Dritten Weltkrieg erleben müssen, den weder wir noch Ihr überleben dürftet!

Advertisements

8 Gedanken zu „Konzentration auf die Arbeit gegen Krieg und Miliär!

  1. „Und wo ist der Feind in diesem Land? Ich möchte es euch sagen: Unser Feind ist die sogenannte linke Presse. Das ist der Feind. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute taz. Das ist die Querfront. Die Querfront heißt heute Jutta Ditfurth oder Monty Schädel. Die uns erklären, wir wären rechts. (…) Wann gehen diese Leute denn auf die Straße, während in der Ukraine bereits gestorben wird. Wo sind denn diese Leute. Wann schreien sie denn an, gegen Guantanamo, gegen Freunde der CIA, gegen TTIP. Dazu sagen sie nichts. Wir sind die Gefahr in ihren Augen, wir paar Verstrahlte. Sind wir die Gefahr? Wir sind nicht die Gefahr…“ – und damit hat Ken Jebsen (leider) völlig Recht!

    Wenn Herr Monty Schädel es gerademal „betrüblich“ findet, daß die Bundeswehr an Schulen auftritt, wo er doch angeblich so sehr für den Frieden ist, wo Herr Schädel doch angeblich so viel für den Frieden „diskutiert“ und „leistet“ und eine „Attraktivitätsoffensive“ nach der anderen startet, so muß kann man Jebsen völlig zustimmen!!! Wenn man sämtlichen Badeschaum seiot der Erfindung der Badewanne zusammennimmt, dann reicht das nicht aus, um all den Schaum zu verdeutlichen, den dieser Monty Schädel binnen zwei Minuten produziert!!!
    http://www.jungewelt.de/2014/01-13/055.php

    Gefällt 1 Person

  2. Die „jüngsten Ereignisse am 19.3.2015“ kann man hier in voller Länge im Originalbild und -ton nachvollziehen:

    Was ist falsch an dieser Rede? Gut, auf die Namensnennung von Monty Schädel hätte Jebsen verzichten können (aber nicht müssen angesichts der Angriffe von Monty auf Jebsen u.a.) und die pseudolinke Presse ist auch nicht der Hauptfeind, aber alles andere stimmt doch!

    Gefällt 1 Person

    • Wenn man auf zwei Gehaltslisten steht, dann äußert sich das ja auch in derart zwiespältigen „Friedensoffensiven“, dann ist man eben nur „betrübt“ – dann kann und „darf“ man den „Ernst der Lage“ einfach nicht erkennen…

      Gefällt mir

  3. Wenn die Faschisten sich als Antifaschisten tarnen, dann klingt das so:

      „Ken Jebsen, der Demagoge und Duchlauferhitzer für Antisemitismus, verkraftet einen Artikel in der TAZ über den Friedenswinter nicht und zeigt uns die hässliche Fratze der völkischen Friedensbewegung.
      Er bezeichnet Journalist_innen als Schreibtischtäter und ruft dazu auf die Medienhäuser zu besetzen. Monty Schädel, der politische Geschäftsführer von die DFG-VK bezeichnet er, als “wahren Feind“ dieses Landes. Jutta Ditfurth erklärt er, mit den linken Medien
      zusammen, zur Querfront.
      Ein Feindbild nach dem anderen, in VolkskameradInnen-Manier, brüllt er durch das Mikro in Berlin. Purer Hass kommt aus seinem Mund und die angeblichen Friedensbewegten klatschen
      Beifall zu den Hassreden.
      Das geringste Problem in diesem Land, seien die Rechtsradikalen. Die Linken, dass sind die Feinde vom Frieden.

      Wir rufen alle antifaschistischen Kräfte in Deutschland auf, die völkischen Bewegungen weiterhin kritisch zu “begleiten“.
      Aluhut für Ken zieht derweilen weiterhin durchs Land,
      Hand in Hand für den antifaschistischen Widerstand…

    Alerta!“

    Wie verlogen die vorstehend zitierten Sätze sind (Quelle: https://www.facebook.com/Aluhut.fuer.Ken.site), kann jeder anhand des Jebsen-Videos selbst feststellen. Jebsen hat leider so recht: „Die sich für Antifa ausgeben, aber die Natoschergen sind… Das sind die wirklichen Faschichten.“

    Gefällt 1 Person

  4. Dieter Dehm hat einen offenen Brief an Monty Schädel geschrieben, den man uneingeschränkt akzeptieren kann. Hier einige Auszüge:

    „Manche Antideutsche, mit denen wir beide nix zu tun haben wollen, führen sich gelegentlich SA-artig auf…
    … wenn es heute heißt, gewisse Meinungen seien nach rechts offen, so ist das eben doch nur eine tautologische Beschreibung von „Alltagsbewusstsein“. Ken Jebsen u.a. sind da nicht nur Spiegel des Alltagsbewusstseins, sondern durchaus auch als Motor tätig. Er erreicht in seinem Blog bis zu 800.000 Leute. Andere Kräfte, die beim Friedenswinter aktiv waren, verfügen über erhebliche Potentiale. Euer Hin-und-Her-Gekoffere ist jedenfalls dem Kampf gegen die Kriegsprofiteure nicht förderlich. Wenn es dann heißt, bestimmte Kräfte seien „esoterisch“, und mit denen dürfe man nicht, Mensch, dann kann das doch nicht in unserem Sinne sein! Haben wir uns zum Beispiel um Esoteriker, wie Christen, und andere religiöse Kräfte und Kirchen nicht immer bemüht im Krefelder Appell? Und andere erfolgreiche Bewegungen gegen Aufrüstung und Krieg, um mehr Breite zu erreichen?…
    …Warum lassen wir unseren Gegnern so viel freie Hand, uns verbieten zu dürfen, über Verschwörungen Theorien zu bilden? … Wie viele Arbeitslose sind mit fertigen marxistischen Gedanken in den Dreißigern in die SA gegangen? Und wie viele sind mit einer übergroßen Heimatliebe oder Nationfixierung in Lateinamerika nach links gegangen?
    …Ich habe den festen Eindruck, dass im 70. Jahr der Befreiung vom Faschismus unsere Gegner schleichend und brachial bemüht sind, den Katalog anti-faschistischer Kategorien durch einen Katalog der „political correctness“ zu ersetzen. Und siehe da: Plötzlich haben Antikommunismus und Gewerkschaftsfeindlichkeit überhaupt keine Rolle in „political correctness“…“

    Den ganzen Brief lesen leider nur auf der Facebook-Seite von Jutta Ditfurt (!): https://www.facebook.com/jutta.ditfurth.5/posts/1624881644410218
    Dort findet sich auch die m.E. unglaublich arrogante (oder nur betonverkopfte?) Antwort von Monty Schäde.
    Wer danach den Kopf wieder frei bekommen möchte, lese einfach auf Diether Dehms Webseite den Beitrag von Konstantin Wecker: http://www.diether-dehm.de/index.php/positionen/fragen-zur-linken-hegemoniearbeit/909-konstantin-wecker-bitte-lest-das-statement-kooperation-fuer-den-frieden

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s